Was beim Blanchieren geschieht – und wie man es steuert
Beim Blanchieren wird ein Lebensmittel kurz erhitzt und häufig anschließend rasch abgekühlt. Erfahren Sie, was sich dabei verändert, wann die Methode sinnvoll ist und warum die Dauer vom Lebensmittel und vom Zweck abhängt.
Blanchieren bedeutet, ein Lebensmittel für kurze Zeit Hitze auszusetzen, meist durch Eintauchen in kochendes Wasser oder durch Dämpfen. Es ist nicht einfach nur kürzeres Kochen, sondern ein Schritt mit einem bestimmten Zweck: etwa die Haut einer Tomate zu lösen oder bestimmtes Gemüse auf das Einfrieren vorzubereiten. Das Ergebnis hängt vom Lebensmittel, seiner Größe und der weiteren Verarbeitung ab. Statt eine allgemeingültige Zeit zu suchen, sollte man jeden Schritt kontrollieren und wissen, worauf zu achten ist.
Was sich beim Blanchieren verändert
Die Hitze macht das Gewebe teilweise weich. Bei einer Tomate kann sich dadurch die Haut leichter ablösen; bei Blattgemüse wie Spinat nimmt das Volumen ab; bei manchen Gemüsesorten wird die Textur weicher, ohne dass sie vollständig garen. Bei Gemüse, das konserviert werden soll, ist ein wichtiges Ziel, Enzyme zu inaktivieren, die Farbe, Geschmack und Textur mit der Zeit beeinträchtigen. In diesem Fall bereitet das Blanchieren das Lebensmittel auf ein weiteres Konservierungsverfahren vor; es ist selbst kein Konservierungsverfahren. (184, 186, 198, 192)
Eine längere Behandlung ist nicht immer vorteilhaft. Unzureichendes Blanchieren kann aktive Enzyme zurücklassen; zu langes Blanchieren kann Gemüse übermäßig weich machen und den Nährstoffverlust erhöhen. Die vorliegenden Informationen besagen, dass Gemüse vor dem Einfrieren nach den Empfehlungen für die jeweilige Sorte blanchiert werden sollte. Eine einzige Zeit passt nicht für alle Lebensmittel; auch Größe und Erhitzungsmethode spielen eine Rolle. (1056, 8841, 192)
Die Methode passend zum Zweck auswählen
In kochendem Wasser: eine verbreitete Methode für Gemüse. Man braucht einen großen Topf, einen hitzebeständigen Korb oder ein Sieb und einen Deckel. Für das Blanchieren von Gemüse zu Hause, das eingefroren werden soll, empfiehlt das National Center for Home Food Preservation ausreichend Wasser, einen Korb für das Gemüse und einen Deckel. Das Wasser sollte innerhalb einer Minute wieder kochen. Ist das nicht der Fall, ist möglicherweise zu viel Gemüse im Verhältnis zur Wassermenge im Topf. Die empfohlene Zeit für das jeweilige Lebensmittel beginnt, sobald das Wasser wieder kocht. (8841)
Mit Dampf: Diese Methode kann im Vergleich zum Eintauchen den Verlust wasserlöslicher Bestandteile begrenzen; die erforderliche Dauer ändert sich jedoch. Laut dem Leitfaden des National Center dauert das Dämpfblanchieren bei Gemüsesorten, für die beide Methoden geeignet sind, ungefähr eineinhalbmal so lange wie das Blanchieren in Wasser. Zu Hause wird das Gemüse in einer Lage in einem Korb über dem Wasser angeordnet und der Topf abgedeckt. Ein Wechsel von Wasser zu Dampf bedeutet nicht, dass dieselbe Zeit gilt. (198, 8841)
Blanchieren in der Mikrowelle ist kein verlässlicher Ersatz, wenn Gemüse für das Einfrieren vorbereitet wird: Der Leitfaden des National Center warnt, dass einige Enzyme möglicherweise nicht wirksam inaktiviert werden. Unerwünschte Veränderungen von Geschmack, Farbe oder Textur können die Folge sein. (8841)
Ein kontrollierbares Vorgehen
- Den Zweck festlegen. Bei einer Tomate zum Schälen soll sich die Haut lösen; bei Gemüse zum Einfrieren soll die empfohlene Zeit für genau dieses Gemüse und diese Methode eingehalten werden.
- Das Lebensmittel vorbereiten. Waschen und passend zum vorgesehenen Gebrauch schneiden. Vor dem Konservieren von Gemüse auf eine sichere Handhabung achten, um Kreuzkontamination zu vermeiden. (1056)
- Richtig erhitzen. Bei der Wassermethode das Wasser erst zum Kochen bringen und dann das Lebensmittel hineingeben. Zum Einfrieren den Korb nicht überfüllen und prüfen, ob das Wasser wie angegeben wieder kocht. Beim Dämpfen den Deckel geschlossen halten und die Stücke so anordnen, dass der Dampf sie erreicht. (8841)
- Die passende Zeit verwenden. Eine zuverlässige Tabelle befolgen, die zum Lebensmittel und zur Methode passt. Allgemeine Zeitangaben aus Rezepten ersetzen diese Empfehlungen nicht: Lebensmittel und Stückgrößen reagieren unterschiedlich. (184, 1056, 8841)
- Rasch abkühlen. Das Gemüse nach dem Blanchieren sofort in reichlich kaltes oder Eiswasser geben. Das National Center empfiehlt ein schnelles und vollständiges Abkühlen in Wasser mit höchstens 60 °F; bei Bedarf das Wasser wechseln oder kaltes fließendes Wasser verwenden. Vor dem Verpacken abtropfen lassen. (8841)
Beobachtungen, die bei der Einschätzung helfen
Bei einer Tomate, die sich nach dem Blanchieren schälen lassen soll, ist es ein praktisches Zeichen, wenn sich die Haut nach dem Abkühlen leicht löst. Ist das nicht der Fall, sollte man nicht automatisch annehmen, eine längere Zeit sei immer die Lösung: Tomate, Einschnitt oder Methode können für das jeweilige Exemplar ungeeignet sein. Bei Gemüse zum Einfrieren sollte man prüfen, ob das Wasser zum angegebenen Zeitpunkt wieder kocht, die Zeit aus der Tabelle einhalten und sicherstellen, dass das Abkühlen vollständig ist. Eine kräftige Farbe beweist nicht, dass alle Enzyme inaktiviert wurden; eine kontrollierte Verarbeitung setzt genaue Anweisungen voraus. (1053, 8841)
Was Blanchieren nicht garantiert
Blanchieren ist nicht mit Sterilisieren gleichzusetzen und garantiert nicht, dass ein Lebensmittel frei von krankheitserregenden Mikroorganismen ist. Die Quellen unterscheiden sich darin, wie stark die Keimzahl reduziert wird: Eine Quelle zur Lebensmittelsicherheit erklärt, Blanchieren zerstöre Mikroorganismen nicht; ein anderer Konservierungsleitfaden beschreibt Vorteile im Umgang mit Bakterien auf Gemüse. Vorsichtshalber sollte Blanchieren als Vorbereitungs- und Qualitätsschritt gelten, nicht als alleinige Maßnahme, die verunreinigte Lebensmittel sicher macht. Auch Einfrieren zerstört die auf Gemüse vorhandenen Bakterien nicht unbedingt. (198, 1056)
Praktisch ist das Vorgehen einfach: den Grund fürs Blanchieren festlegen, die für das Lebensmittel empfohlene Methode wählen, eine zutreffende Zeitangabe nutzen und rasch abkühlen, wenn es das Verfahren verlangt. So lässt sich das Ergebnis besser steuern, ohne einen kurzen Küchenschritt mit vollständigem Garen oder einer Sicherheitsgarantie zu verwechseln.